Alltag woanders (36): Da kann man nicht meckern…

Auf Reisen macht mal ja manchmal den ein oder anderen ungeplanten Zufallstreffer. So ging es auch uns bei unserem fast einwöchigen Fast-Camping-Selbstversuch an der niederländischen Küste.

Da das Frühjahr 2013 de facto ausgefallen war, konnten wir Ende Mai unsere Urlaubstage nicht am Strand verbringen, sondern mussten uns wetterfeste Alternativen vor Ort suchen. Das ist uns an dem einem Tag etwas besser gelungen, als an dem anderen.

An dem gelungeneren Tag waren wir zuerst in der Schmalspurbahn-Werkstatt, wo freundliche ältere Herren an historischen Waggons und Lokomotiven herumschrauben und einem kostenfrei gerne zeigen, was sie so treiben und anschliessend hatten wir einen äußerst leckeren und günstigen maritimen Snack im Imbiss in der Fischauktionshalle in Stellendam. So weit, bereits schon so gut.

Auf dem „Heimweg“ wollten wir dann noch mal am Ziegenbauernhof vorbeischauen, wovon wir eigentlich am wenigstens erwartet haben. Und erwartungsgemäß ist man dann immer am meisten überrascht. Der EU besiegelte Bio-Bauernhof ist ein Musterbeispiel transparenter Besucher-Höfe. Man kann de facto überall reingehen und wo man aus hygenischn Gründen nicht reingehen darf (wie zum Beispiel in die Käserei oder Küche), kann man durch große Glasflächen reinschauen.

Abb. Awo 36.1: Ziegen, Ziegen, Ziegen

Deswegen geht es dort keineswegs beschaulich oder putzelig zu. Es handelt sich eher um einen quasi landwirtschaftlich-industriellen Komplex mit 300 Ziegen, die pro Tag ca. 1 Tonne Ziegenmilch geben, die dann zu Käse und anderen Ziegenmilchprodukten direkt verarbeitet werden. Die Stallungen wirken trotzdem nicht eng oder beklemmend und das tägliche Melken (immer 40 Ziegen gleichzeitig) ab 15.30 Uhr ist auch schon eine beeindruckende Show, mit einem unglaublichen Ziegengewimmel.

Abb. Awo 36.2: Die „Melk-Show“ – täglich um 15.30 Uhr

In einen Nebenstall werden Jungtiere (Kühe, Küken und Kanninchen) gehalten, was Kinder genauso interessant und spannend finden, wie den netten Spielplatz auf dem Gelände. Die Hofgastronomie ist günstig – und vor allem was ganz Besonderes, weil hier natürlich alles auf Basis von Ziegenmilch hergestellt wird.

Für uns war es die Premiere für Speiseeis aus Ziegenmilch. Das ist übrigens sehr lecker – auch wenn es im Abgang und Nachgeschmack „ziegiger“ ist, als man zuerst wahrnimmt. Die Sortenvielfalt ist auch überraschend.

Wir hatten mit den Kindern rundum unterhaltsame und entspannte knappe zwei Stunden dort und haben uns mit allen noch lange über das Erlebte unterhalten – ein rundum positive Urlaubserlebnis, das nicht einmal Eintritt kostet.

Abb. Awo 36.3: Und noch mehr Ziegen…

Und das ganze ist als „heilpädagogischer Bauernhof“ auch noch so ein Gut-Menschen-Projekt, in dem Menschen mit psychschen und psychosozialen Problemen die Chance zur Rückkehr in bezahlte Arbeit und somit in die Gesellschaft erhalten.

Manche Dinge, sind einfach zu schön, um sie sich ausdenken zu können.

1 Kommentar

  • Sandra sagt:

    Ich habe den Artikel nun zum zweiten Mal gelesen (das erste Mal war Mitte Juni) und habe mir auch diesmal gedacht: Da wäre ich auch gerne dabei gewesen.

    Allein die lieben Ziegen sehr mir sehr eng zusammen gepfercht aus. Ich würde da Platzangst bekommen. 😉

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