Alltag woanders (33): Badeurlaub und andere Lästigkeiten

Der „große Urlaub“ während der gemeinsamen Elernzeit liegt nun schon fast ein anderthalb Jahre zurück, aber es fehlt noch der Bericht zu unerer letzten Station. Unsere fast sechswöchige USA-Reise mit der Familien wurde nach Washington D.C., Alaska (Teil 1 und Teil 2) und Las Vegas durch einen fast dreiwöchigen Florida-Aufenthalt abgerundet.

In Ermangelung anderer Verbindungen landeten wir spät abends in Miami. Da wir eigentlich in Richtung Orlando wollten, hätten wir in dieser Nacht keine Strecke mit mit den übermüdeten Kindern mehr machen können. Geht mal halt mal ins Flughafen-Hotel. Wird schon nicht so schlimm werden fuer eine Nacht. Denkste! Flughafen-Hotels sind überall auf der Welt schäbig und überteuert. Sie verdienen ja immer irgendwie Geld, denn irgendjemand bleibt immer hängen. Hätten wir es besser gewusst, hätten wir doch eines der Hotels mit Shuttleservice zum Flughafen genommen – davon gibt es einige in Miami und für die Nacht vor dem Rückflug hatten wir eines von ihnen auch gebucht.

Nach einer eher deprimierenden Nacht ging es per Mietwagen nach Orlando. Das Floridays Hotel bietet perfekte Familienunterkünfte mit zwei oder drei Schalzimmer und eine vollständig eingerichteten Küche. Es gibt auch einen fantastischen Pool für die Kleinen, aber irgendwie haben wir es da nie reingschafft. In Orlando gibt es neben den bekannten Vergüngungsparks vor allem riesige Outlet-Centers. Was man in den Vergnügungspark an überteuerten Eintritten zahlt, kann man dafür in den Outlet-Centren an DesignerWare wieder einsparen.

Abb. Awo 33.1: Gehört einfach dazu – die Disney-Parade

Wie viele andere Hotels bietet auch das Floridays Shuttlebusse zu den Parks an. Als wir dann im vollen Bus an einem Werktag in der Off-Season an den vielen leeren Parkflächen in Disney World vorbei fuhren, war uns klar, dass das Auto mit den beiden kleinen Kindern die bessere Alternative gewesen wäre. Auch der Ausflug in Kennedy-Space-Center lohnt sich mit den Zwergen nicht wirklich. Alles ist nur in Englisch oder erst ab sieben Jahre und Raumfahrt für einen Dreijährigen ohnehin eine recht abstrakte Sache. Die Außenstationen werden mit Shuttlebussen angesteuert, aber dafür braucht man Zeit und Nerven. Für Teenager bestimmt interessanter und wir werden das sicher wiederholen müssen, wenn die Jungs größer sind.

Abb. Awo 33.2: So muss Urlaub sein – Blick aus dem Schlafzimmer

Das Hotel für den Badeurlaub auf den Keys war hingegen ein Volltreffer. Das Tranquility Bay Hotel auf Key Marathon besteht aus zwei Halbkreisen weiß gestrichenener kleiner Strandhäuschen. Jedes Häuschen ist ein „Hotelzimmer“, in der Regel geschnitten wie ein Standardreihenhaus in Deutschland: Unten ist die Küche mit Wohn- und Esszimmer sowie Gäste-WC und Terrasse, oben zwei oder drei Schlafzimmer sowie zwei Bäder und zwei Balkone. Es war der Beginn der Hurricane-Saison, die Preise waren günstig und wir hatten mit elf Nächten für amerikanische Verhältnisse auch einen recht langen Aufenthalt gebucht – also hat man uns ein kleines Upgrade eingeräumt und wir hatten das Häuschen, was fast direkt am Strand lag und mit knapp 160 qm riesig war.

Abb. Awo 33.3: Der größte Pool auf den Keys – für uns war es gerade richtig

Dass wir das Hotel mit dem größten Pool auf den Keys gebucht hatte, haben wir auch erst speäter gemerkt und sehr genossen. Kinderequipment ist leider Mangelware – deswegen hatten wir uns vorher auch ein Reisebettchen gekauft für das Hotel gekauft – und die Betten sind für kleine Leute recht hoch. Dafür hat der Langunen-Pool einen für Kinder idealen Zugang über einen seichtes Gefälle und die Badebucht am Privatstrand ist mit einem festen Zaun vom Meer abgrenzt, damit niemand raus und auch nichts reinkann. Größere Kinder könnte man gefahrlos auf dem Gelände laufen lassen.

Abb. Awo 33.4: Eine der Hauptattraktionen auf Key Marathon – das Schildkröten Krankenhaus

Key Marathon hat touristisch außer schönen Stränden nicht viel zu bieten. Direkt neben unserem Hotel findet sich eine der Hauptattraktionenen: Das Schildkröten Krankenhaus. Hier pflegen engagierte Helfer verletzte und kranke Meeres-Schildkröten, die im großen Pool eines ehemaligen Motels leben. Manche Tiere sind arg geschunden und sehen elend aus. Viele verletzten sich am Müll im Meer und immer wieder werden Tiere von „Hobbyjägern“ hapuniert. Zu den Führungen muss man sich vorher anmelden.

Abb. Awo 33.5: Kinderfreundlicher Privat-Strand des Hotels

Darüber hinaus gibt es auf Key Marathon auch eine Kinderarzt Praxis. Gut wenn man sie nicht braucht, aber besser, wenn man tatsächlich zum Arzt muss. Der damals Dreijährige reagierte auf einen Insenktenstich im Gesicht derart allergisch, dass sein Gesicht immer stärker zu schwoll. Dr. Hernandez hat ein Antibiotika verschrieben, dass glückerlicher Weise sehr schnell wirkte. Am Rande sei bemerkt, dass das US-amerikanische Gesundheitssystem tatsächlich interessante Blüten treibt: Der Arztbesuch mit der Verordnung des Antibiotikums hat ca. 100 Euro gekostet, die Medizin selber war dann kostenlos, weil es gerade „Antibiotika Werbewochen“ in der Supermarkt-Apotheke gab.

Key Marathon liegt in der Mitte der Inselkette – also muss man auch mal ans Ende nach Key West fahren. Hier darf man auf keinen Fall den fantastischen Spielzeugladen „Key West Toy Factory“ in einem der alten Lagerhäuser am Hafen verpassen. Wir sind eher zufällig darüber gestolpfert, weil wir einem heftigem Schauer entgehen wollten. Nachher waren wir dankbar, dass der Regen uns die Spielzeug-Höhle gestrieben hat. Man dort dort – so wie wir und viele andere auch – einfach nur gucken, gucken, gucken. Alle andere touristischen Attraktionen lassen sich den üblichen Reiseführern und dem Internet entnehmen.

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