Alltag (76): Papas sind Spielverderber

Eigentlich fiel es mir im jüngsten Sommerurlaub am Strand erst so richtig auf, aber man sieht es auch auf örtlichen Spielplätzen oder in heimischen Kinder- und Wohnzimmer: Väter sind richtig miese Spielkameraden.

Häufig lächeln Ehefrauen und Mütter milde, wenn sich der Gatte noch vor dem Kinde über die neue Spielzeugeisenbahn hermacht. Dann hört man solche Sätze wie: „Eigentlich habe ich ja zwei Kinder – ein Großes und ein Kleines.“ Aber am Ende heult immer einer – und das ist meistens das Kind.

Wie kommt es dazu? Männer ertragen es nicht, wenn nicht korrekt gespielt wird! Phantasie ist das eine, aber beim Spielen muss schon alles mit rechten Dingen zugehen: Die Lokomotive ist meistens vorne am Zug, Kühe wohnen nicht auf Bäumen und wer ein Haus baut, muss auch eine Tür mit rein bauen!

Am Strand sah ich einen Vater, der neben einer großflächig angelegten Sandburg mit seiner vielleicht fünf Jahre alten, verheulten Tochter schimpfte: „Ich kann das einfach niciht verstehen. Jetzt haben wir zwei Stunden so schön mit einander gespielt und dann schließt Du den Wall der Vorburg auf der Rückseite nicht. Das schwächt die ganze Verteidigung. Niemand würde eine solche Burg bauen – das macht überhaupt keinen Sinn! So macht das keinen Spaß mit Dir zu spielen!“

Ein bisschen fühlte ich mich ertappt. Am Schlimmsten finde ich es bei Eisenbahnen – egal ob Plastik, Holz oder Metall: Da werden endlose Schlangenlinien aus Schienen verlegt – völlig egal, ob sich daraus Rundstrecken ergeben oder nicht. Da kann doch überhaupt kein Zug drauf fahren! Was soll das denn? Spielzeugeisenbahnen sollten aus einer längeren und einer kürzeren Schleife bestehen, damit Überholungen möglich sind, wenn man zwei Züge fahren lässt… Ach, wem ich erzähle ich das hier??? Hört ja eh keiner auf mich! Ihr baut ja sowieso was ihr wollt!!! Ganz egal, ob es funktioniert oder nicht… MIT EUCH SPIELE ICH NICHT MEHR!!!!

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